Volkstrauertag 2025

Am vergangenen Sonntag, dem 16. November 2025, fand der ökumenische Gottesdienst im Luthersaal der Evangelisch-Lutherischen St. Jakobus-Kirche und am Denkmal für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft die Gedenkveranstaltung mit Ansprache, Totengedenken und Kranzniederlegung am Pfarrhaus statt.


An diesem stillen Gedenktag wird aller Menschen gedacht, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind. Im Mittelpunkt des Volkstrauertages stand das Kriegsende 1945 - vor 80 Jahren endete der 2. Weltkrieg, das in der Gewaltgeschichte der Welt wohl größte Unglück für die Menschheit. Im Ergebnis der Gewaltherrschaft standen Krieg, Zerstörung und Vertreibung.

 

Wir haben heute das unfassbare Glück, in Frieden zu leben und die kostbare Chance, grenzenlose Freiheit zu genießen. 

 

Nach dem verbrecherischen Angriffs- und Vernichtungskrieg, der von Deutschland ausging, lagen 1945 weite Teile Europas in Trümmern. Die Völker Europas waren sich der Schrecken des Krieges bewusst, nach 1945 ist ein neues, ein geeintes Europa in den letzten Jahrzehnten mit Wohlstand, Frieden und Freiheit für uns und unsere Nachbarn erwachsen.


Demokratien führen keine Kriege gegen einander, Extremisten waren immer ein Unglück für Deutschland und die Welt. 


Das Engagement für die freiheitliche Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte ist deshalb auch Dienst am Frieden.


An unserem Denkmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wurde ein würdevoller und lebendiger Erinnerungsort geschaffen, der ein zentrales Gedenken in Erinnerung an die Menschen unserer Gemeinde darstellt, die in den Kriegen ihr Leben lassen mussten. 


In Vielau, Friedrichsgrün und Reinsdorf sind zwischen 1939 und 1945 1.012 wertvolle Menschen, 14 % der männlichen Einwohner, umgekommen.


Einen geliebten Menschen zu verlieren, verändert uns.
Nicht nur für ein paar Stunden, Tage, Wochen oder Monate.
Nicht nur für ein Jahr.
Einen geliebten Menschen zu verlieren, verändert uns ein Leben lang.


Heute erreichen uns herzzerreißende Bilder aus aller Welt:


Ukraine, Gaza, Sudan sowie weitere Konfliktherde.

 

Aufgabe der Zivilgesellschaft ist es, klarzustellen, was Krieg bedeutet:


Zerstörung, Leid, Verlust, Hass und Missgunst.


Wir wollen in unserem Land in Frieden, Demokratie und Freiheit leben. Wir können auf eine jahrzehntelange demokratische Erfahrung bauen, auf den Erfolg unseres Landes und die vielen Menschen, die dafür einstehen. 

 

Unsere Zeit muss geprägt sein von einer wehrhaften Demokratie, Respekt und Menschlichkeit.


Unserer offiziellen Gedenkveranstaltung haben über 65 Damen und Herren aus unserer Bürgerschaft sowie Gäste beigewohnt, als Zeichen des Respektes, der Würde der Erinnerung und für ein friedlich demokratisch gelebtes Europa wurden am Denkmal Kränze und weiße Rosen als Mahnung niedergelegt.


Ein besonderes Dankeschön gilt für die Durchführung des ökumenischen Gottesdienstes der Evangelisch-Lutherischen St. Jakobus-Kirche, Frau Ulrike Bärthlein, dem Pastor der Evangelisch-methodistischen Kirche Herrn Christian Posdzich, dem Chor der Evangelisch-Lutherischen St. Jakobus-Kirche unter Leitung von Lutz Eßbach sowie zwei Schülern aus den Internationalen Schulen, die Gedichte vorgetragen haben.


Ansprache und Totengedenken wurden von unserem Bürgermeister gesprochen.


Möge der Frieden uns erhalten bleiben.

 

Totengedenken

Wir denken heute 

an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.


Wir gedenken der Soldaten, 
die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren.


Wir gedenken derer,
die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren, etwa wegen ihrer geschlechtlichen oder sexuellen Identität, oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.


Wir gedenken derer,
die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.


Wir trauern
um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten, Polizisten und anderen Einsatzkräfte, die im Einsatz für unser Land ihr Leben verloren.
 

Wir gedenken heute auch derer, 

die bei uns durch Hass und Gewalt Opfer geworden sind. Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und Extremismus, Antisemitismus und Rassismus in unserem Land.


Wir trauern mit allen,
die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz. Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt.

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Veröffentlichung

Reinsdorf
Do, 20. November 2025

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